Workshop auf der No Hill Ranch – Paintpower in Niederbayern

Fotoworkshop auf der No Hill Ranch in Wallersdorf Landkreis Dingolfing-Landau am 03.08.2019

min. 4 max. 6 Teilnehmer

Durch die kleinen Kursgruppen kann ich mich individuell auf jeden Teilnehmer einstellen und mir Zeit nehmen die Fragen und Probleme zu lösen. Der ganze Tag wird sich rund um das Thema Fotografie & Pferde drehen.

Verschiedene Motive und Locations lassen keine Wünsche offen und wir können so die unterschiedlichsten Lichtstimmungen analysieren, lernen und umsetzen.

Paints & Quarter Horses stehen uns an verschiedenen Lcoations rund um die No Hill Ranch zur Verfügung. Von frisch geschlüpften Fohlen bis zum Deckhengst.

Die kleine aber sehr feine Pferdezucht von Daniela ist perfekt geeignet für diesen Tag. Die Pferde haben bereits Erfahrung mit Fotoshootings und wir können prima mit Ihnen üben und verschiedene Motive umsetzen. Ganz besonders toll sind die kleinen Fohlen, diese machen diesen Workshop zu etwas ganz besonderem, denn das Fotografieren von Fohlen ist eine ganz eigene Sache und genau DAS können wir hier unter anderem üben.

Ablauf des Tages

12:30 Uhr – TEIL I  – Theorie

Vorstellungsrunde

Theorieteil:

  • Komponenten der Kamera und ihr Zusammenspiel
  • Grundeinstellungen der DSLR in der Pferdefotografie
  • Manueller Modus
  • Licht sehen, verstehen und einsetzen
  • Schärfentiefe verstehen, anwenden und kontrollieren
  • Bildaufbau und Wirkung
  • Besonderheiten in der Pferdefotografie
  • Umgang mit dem Kunden/Model/Pferd

13:30 Uhr – TEIL II – Bildbearbeitung

 

 

  • Mein Workflow mit Lightroom & Photoshop
  • Vorher-Nachher Vergleiche und Erklärung
  • Photoshop Basics (Masken, Ebenen etc.)
  • Farblooks, Retusche, Hautbearbeitung uvm.
  • Portfolio Review

15:00 Uhr – TEIL III – Praxis

Ende ca 20:30 Uhr 

 

  • Locationsuche rund um den Reitstall
  • Licht sehen und verstehen
  • Finale Vorbereitung der Models
  • Auswahl des richtigen Equipments für Pferd und Mensch
  • Portraitaufnahmen der Pferde
  • Harmonische Pferd-Mensch Bilder
  • Freilaufbilder
  • Detailaufnahmen
  • Fohlenfotos
  • u.v.m.

Welche Models stehen zur Verfügung? 

Auf der No Hill Ranch in Niederbayern stehen uns Paints & Quarter Horses zur Verfügung. Fohlen, Stuten und ein besonders schöner Deckhengst.

Wir haben besonders schöne Locations rundherum. Vom naheliegenden See bis zu Stoppelfeldern und schönen Wiesen für Freilauffotos.

KOSTEN

 

280€ p.P.

inklusive Snacks

Wie melde ich mich an?

Via Mail an hello@claudiarahlmeier.de

BETREFF: Workshop „Paints“

WEITERE WICHTIGE INFORMATIONEN:

Was passiert mit den entstandenen Fotos und wie darf ich sie nutzen?

Die entstandenen Bilder dürfen für eigene (nicht kommerzielle Zwecke) verwendet werden. Bei Veröffentlichungen im Internet ist zu kennzeichnen, dass die Bilder bei dem Workshop von Claudia Rahlmeier entstanden sind. Die Weitergabe oder der Verkauf an Dritte ist nicht gestattet.

Was muss ich mitbringen und was muss ich bereits können? 

– Digitale Spiegelreflexkamera

– Teleobjektiv mit mind. 130mm (bestmöglich ein 70-200mm Teleobjektiv)

– Handbuch, Akkus, Speicherkarten

– Kleidung die schmutzig werden darf

– optional kannst Du Deinen Laptop mitbringen – das ist aber kein Muss

– Basics von Lightroom & Photoshop von Vorteil

Du solltest Deine Kamera bedienen können und wissen, wo die wichtigsten Einstellungen sind. Bitte bring auf jeden Fall Dein Handbuch mit, damit wir zur Not nachlesen können.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Der Kurs findet bei jedem Wetter statt. Bei schlechtem Wetter werden wir den Tagesplan an das Wetter anpassen.

Ruby & Laura

Im Juli ging es für mich zu einem Fotoshootingtermin mit der lieben Laura und ihrer Quarter-Mix Stute Ruby. Ruby steht nur knapp 10km von mir entfernt – also Heimspiel im Freisinger Landkreis.

Was mich an diesem Termin besonders gefreut hat, es war ein Wiedersehen mit Laura und Ruby. Das erste mal habe ich die hübsche Stute 2015 fotografieren dürfen – damals im Winter und ohne Laura.

Ruby hat eine ganz besonders tolle Farbe und einen sehr schönen Charakter. Leider ist die Stute sehr krank und man weiß nicht, wie lange sie noch hier bei uns sein wird. Viele verschiedene Krankheitsbilder und es geht mal besser, mal schlechter.

Laura kümmert sich so wundervoll um Ruby und versucht alles, damit es ihr besser geht. Ich drücke beiden die Daumen, dass es weiterhin so gut läuft wie derzeit und vielleicht sehen wir uns zu einem anderen Fototermin erneut!

Original vs. Bearbeitung – Fotografieren im RAW Format

Gestern habe ich auf meiner Facebookseite dieses Vorher-Nachher Bild gezeigt.

Das Thema Fotobearbeitung hat viele Gesichter und noch mehr Meinungen dazu. Allerdings wurde ich hellhörig, als Sätze vielen wie: Das Original gefällt mir aber besser.

Das ist genau genommen eine Beleidigung für den Fotografen und vergleichbar mit der Aussage an einen Koch: Ungekocht und ohne Gewürz hätte es mir besser geschmeckt.

 

Warum?

Hier an dieser Stelle möchte ich etwas mehr ausholen, denn um das zu verstehen, braucht man etwas Fotografie Verständnis.

 

In der digitalen Fotografie fotografieren wir in einem Fotoformat welches sich „RAW“, auf deutsch „ROH“ nennt. Diese RAW-Datei ist das digitale Negativ und das gleiche wie das Negativ in der analogen Fotografie.

D.h. ein Foto, welches direkt aus der Kamera kommt, ist ein negativ und hat wenig mit der Realität zu tun, wie es vor Ort war, denn die Farben und Kontraste sind in ihrem ROHzustand. Um genau zu sein ist die RAW-Datei gar kein Bild sondern eine Datei die lediglich die Helligkeits- und Farbwerte der einzelnen Pixel enthält.

 

In der analogen Fotografie ging man mit dem Negativ in die Dunkelkammer und nahm dort Korrekturen vor. Belichtungs-, Schärfe-, Farb-, Kontrastkorrekturen und es wurde auch Retuschiert. Mit Sandkörnen und anderen Strukturen hat man Retuschearbeiten an einem Negativfoto durchgeführt. Am Ende des Entwickelns bekam man das fertige Foto.

Dieser Prozess der Korrekturen und des Entwickelns wird in der digitalen Fotografie am Rechner vorgenommen mit verschiedenen Programmen.

Abgesehen von dem RAW Format kann man auch mit dem normalen JPG Format fotografieren. In diesem Format werden die Farb-, Helligkeits-, und Kontrastwerte genau wie die Kamerainternen Bearbeitungseinstellungen bereits in der Kamera entwickelt und wir erhalten ein fertiges komprimiertes Foto – allerdings mit Qualitätsverlust.

Denn ein JPG hat einen viel kleineren Farbraum mit 16,7 Millionen Farbtönen. Eine RAW-Datei hat im Vergleich 68,7 Millionen Farbtöne – die allerdings erst ausgearbeitet werden müssen. Die Informationen dieser Farbtöne sind allerdings bereits vorhanden. Auch haben wir mehr Helligkeitsstufen – somit sind wir flexibler was das Aufhellen oder Abdunkeln einiger Stellen oder auch des gesamten Bildes angeht.

 

Wenn man sich jetzt diese Kurzfassung ansieht, wird schnell klar, die Bearbeitung der Bilder gehört zur digitalen Fotografie dazu wie das Entwickeln in der Dunkelkammer in der analogen Fotografie.

 

Natürlich haben wir den Luxus uns in der Bildbearbeitung auszuprobieren und auch viel mehr Möglichkeiten wie in der analogen Fotografie. Genau das macht die Fotografie so abwechslungsreich und lässt jedem Künstler seine eigene Handschrift, die eben nicht nur durch die eigene Aufnahmetechnik sondern auch nachträglich durch die Entwicklung der Fotos entsteht.

Bei meinem Vorher-Nachher Vergleich von gestern ist mir auch nochmal eines ganz klar geworden.

Ganz wichtig für die Entwicklung ist der Aufnahmeprozess und die damit verbundenen Gefühle.

Jeder Fotograf sollte bestmöglichst sein Motiv fühlen bzw. ein Gefühl haben, wenn er das Bild aufnimmt. Dieses Gefühl wird durch unser Unterbewusstsein sehr stark dazu beitragen, wie das Endergebnis aussehen wird.

Im speziellen Vergleich vom gestrigen Bild ist mein Ergebnis der Aufnahme eine bildliche Darstellung meiner Gefühle während des Ausnahmezustands.

Trotz des goldenen Sonnenlichts war es eisig kalt und die Natur war eingehüllt von Eis bei zweistelligen Minustemperaturen. Das Gegenlicht war kalt – und somit ist auch mein Endergebnis kalt. Dieses Gefühl kann auch nur transportiert werden, wenn es bei der Entstehung eine Rollte gespielt hat.

Das kann aber niemand nachvollziehen, der nicht dabei war und es würde auch niemandem auffallen, wenn er das Original Bild nicht kennt.

Ich habe neulich ein Foto einer anderen Fotografin bearbeitet und saß ewig an diesem Bild, bis ich wusste in welche Richtung es überhaupt gehen soll. Mir fehlte das Gefühl! Die Stimmung beim Aufnehmen, die Stimmung des Pferdes, der Natur, der Umgebung – einfach alles!

Ich bin selbst mit dem Endergebnis nicht zufrieden, weil ich kein Gefühl hineinlegen kann.

Vielleicht wird dem ein oder anderen nun klar, warum eine Bearbeitung eines Fotos vorgenommen werden muss – wie weit diese geht, ist Sache des Fotografen.

In der digitalen Fotografie die Bildbearbeitung abzulehnen ist für mich nicht nachvollziehbar, denn Sie gehört elementar dazu und man sollte sich auch in der Fotografie weiterentwickeln. Der Vergleich mit der analogen Fotografie, in der angeblich nicht bearbeitet wurde, ist bereits lange hinfällig.

Fotografierst Du noch oder…. ?

Eins sei mal vorweggesagt, ich bin auf keinen Fall gegen Bildbearbeitung ABER….

…als ich angefangen habe, mich mit der Fotografie zu beschäftigen, dachte ich noch gar nicht an Photoshop & Co. Doch unweigerlich setzt man sich natürlich damit auseinander und findet, so wie ich, gefallen daran.

benz-6777

Allerdings sieht man hierbei schon die Reihenfolge und somit die Priorität des ganzen – erst die Fotografie und dann die Bildbearbeitung. Und genau DAS, ist der Punkt!

Mir war und ist es immer wichtig, die Bilder so gut wie möglich aufzunehmen. Sicherheit steht an oberster Stelle und an zweiter Stelle steht, das Bild so gut zu planen und strukturieren, dass es meiner Idee, meinem gewollten Ergebnis, so nahe wie möglich kommt.

Die Magie ist es für mich, auf den Moment zu warten – eben bis er für mich perfekt ist und nicht den tollen Moment meines Motives aufzunehmen und am Ende den Rest perfekt zu machen.

Verliert es nicht total an Magie? Die Magie, dass Pferde frei über eine Wiese laufen? Die Magie, dass bestimmt viel Arbeit und Training hinter einem Bild steckt? Die Magie, mit dem Pferd so gut umzugehen, dass es vertraut und man gemeinsam frei arbeiten kann?

pre-salino-5387

Als ich anfing anderen Fotografen auf Facebook zu folgen kamen mir immer wieder Fragen wie: Wie bleibt das Pferd genau dort stehen? Wie macht die das, dass das Pferd dort wild durch ein Blumenfeld galoppiert? Was für ein perfekter Moment, wie bekommt die das Pferd dazu, genau das so zu machen?

Ich war einfach fasziniert, wie man mit Pferden so arbeiten kann, damit man das perfekte Ergebnis bekommt.

Aber meine Illusion wurde leider ziemlich schnell zerstört! Immer mehr Vorher-Nachher Bilder und Tutorials tauchten auf und schnell wird klar, das ist keine Magie, das ist Zauberei. Und beim Zaubern geht es um Tricks, um Täuschung und um Irreführung! Ich war entsetzt und fast schon traurig über das, was ich nach und nach herausfand. Es scheint bei vielen die Regel zu sein, Halfter und Trensen weg zu zaubern oder komplette Hintergründe auszutauschen. Menschen vor und hinter Pferden weg zu retuschieren oder einen Sonnenuntergang mühsam ins Bild zu zaubern, wo gar keiner war.

Logisch, auch ich schwinge gerne den Pinsel meines Photoshop Programmes, aber ich verändere i.d.R. nicht das komplette Bild. Da werden Kunstwerke erschaffen, die für mich nicht mehr viel mit Fotografie zu tun haben. Man schieße ein standardmäßiges Bild und verändert dann alles, was einem nicht gefällt. 
Auch reden alle immer von Bildstil. Und damit wird Lightroom und Photoshop in Verbindung gebracht. Das gehört auch dazu, aber viele Stile entstehen ausschließlich in diesen Bearbeitungsprogrammen.

Ein Bildstil fängt aber doch schon viel eher an. Bei der Idee, der Planung, der Modelsuche, der Locationsuche, der Umsetzung, der Perspektive und natürlich bei der Einstellung und Einsetzung der Kamera und der Objektive.

tl-0716-284

Ich sehe viel zu oft, in meinen Augen, ganz schlecht und kaputt bearbeitete Fotos. Stempelspuren, die sich über das ganze Bild ziehen. Himmel und Hintergründe die da nicht hin gehören, offensichtlich! Pferdehälse die in der Realität nicht so pompös sind. Da werden Herbstblätter, Sonneneffekte und seltsame Farben in das Bild eingebaut.

Klar, alles eine Frage des persönlichen Geschmacks, aber ist es nicht viel spannender, dass alles im Vorfeld zu versuchen? Mehr Zeit der Fotografie zu widmen um weniger Zeit am Computer zu vergeuden?

Besonders in der Pferdefotografie setze ich auf Natürlichkeit und versuche die Rahmenbedingungen so gut wie möglich zu gestalten, damit freies oder nahezu freies Arbeiten möglich ist.

Wie seht und haltet ihr das? Ich bin auf eure Meinung dazu sehr gespannt und weiß jetzt schon, hier scheiden sich die Geister!